Mit dem Fußball durch Afrika

Am Fuße des Kilimanjaro hat eine einheimische Lehrerin 20 Straßenkinder in ihre Obhut genommen. Sie will ihnen eine Zukunft ermöglichen, die sie auf der Straße niemals haben würden. Die Studenten-Initiative GoalsConnect hat sich bereit erklärt, einen Teil des Schulgeldes für die Kinder bereitzustellen und Patenschaften zu organisieren.

Um die Kinder auf eine staatliche Schule oder in eine Ausbildung schicken zu können, braucht die afrikanische Lehrerin Geld. GoalsConnect übernimmt einen Teil des Schulgeldes und organisiert Patenschaften. Ziel ist es, die Kinder bis zu einem Berufsabschluss zu begleiten, um ihnen so eine Perspektive zu ermöglichen. Das ist nur eines der Projekte, die GoalsConnect unterstützt. In jedem Projekt gestalten die Mitglieder des Vereins auch einen kleinen Sport- und Projekttag mit den Kindern.

„Am Anfang stand eine Idee“, sagt Sebastian Süß. Die Idee etwas zu bewegen und Menschen zu inspirieren anderen Menschen zu helfen. Aus dieser Motivation heraus ist im März 2009 GoalsConnect e.V. entstanden. Ziel dieses jungen Vereins ist es, Sport und Bildung mit Jugendarbeit in Deutschland und Afrika zu verbinden. Sebastian ist einer seiner Gründungsmitglieder. 

Die letzten Vuvuzelas sind längst verhallt, in den Stadien Südafrikas ist wieder Ruhe eingekehrt und die westlichen Nachrichtensender haben ihren Fokus längst auf andere Teile des Globus gelegt, als vier Mitglieder von GoalsConnect im Oktober 2010 zu einer Benefiztour der besonderen Art aufbrechen. Mit einem vollbepackten Geländewagen, festen HAIX Airpower Desert Wüstenstiefeln, 60 Fußbällen – gestiftet von der „Adi Dassler Stiftung“, einer Kamera und einem braunen Lederball startete das Team im thüringischen Saalburg – das Ziel: Kapstadt. 

Das Vorhaben war genauso mutig wie ehrgeizig. In nur vier Monaten sollten neben dem Balkan, der Türkei und dem Nahen Osten insgesamt 10 afrikanische Länder durchquert werden. Pro Land stand mindestens eine Hilfseinrichtung auf dem Plan, die besucht und mit der Tour unterstützt werden sollte – 20 solcher Projekte wurden es am Ende. Die ersten 3.000 km der über 20.000 km langen Tour wurden in nur wenigen Tagen absolviert, denn die ersten Projekte lagen in den beiden bekanntesten Urlaubsorten Ägyptens - Hurghada und Luxor. Beide Projekte beschäftigen sich mit Straßenkindern, die in ihrer Umgebung wenige bis keine Perspektiven haben. Es sind Projekte, die von Goals-Connect bewusst ausgesucht wurden, weil sie im Schatten der großen Touristenströme nicht wahrgenommen werden. 

Genau diese Art von Projekten versucht GoalsConnect bekannt zu machen und zu unterstützen. Das Slumprojekt, das die vier Tourmitglieder in Khartoum, der Hauptstadt des Sudan, besuchen, ist ein anderes Beispiel. Auf einem staubigen Bolzplatz bei 45°C im Schatten organisieren Lisa, Chris, Sebastian und Stefan ein Fußballspiel zusammen mit Straßenkindern aus einem angrenzenden Schulprojekt. Etwas, das es in dieser Form im Sudan noch nicht gegeben hat. Das Miteinander fördern und diese kleinen Bildungsprojekte unterstützen. „Viele der Bilder, die man hier sieht, wiederholen sich in den Slums von Addis Abeba, Nairobi, Daressalam oder den Townships in Windhoek und Kapstadt“, sagen die vier. Kinder, die in einem Kreislauf der Armut gefangen sind, aus dem sie nur durch eine gute Schul- und Berufsbildung ausbrechen können. Hilfe von außen reicht dabei allein oft nicht aus. „Entscheidend sind Projekte, die durch Eigeninitiative entstanden sind und direkt vor Ort arbeiten“, sind sich die Mitglieder von GoalsConnect einig. Egal wo, egal wann, Sport und insbesondere die Liebe zum Fußballspiel verbindet alle und reisst Barrieren ein. Für ihre Initiative erhielten die Studenten bereits prominente Unterstützung von Fußball-Profi Philipp Lahm. 

Mit der viermonatigen Fahrt über dreiKontinente, zwei Erdhälften und durch vier Klimazonen hat GoalsConnect sein erstes großes Projekt beendet. Neben 2.000 besuchten Kindern wurden 5.000€ an Spendengeldern gesammelt und das Tourauto einem Waisenhaus in Windhoek gespendet. Doch der heimliche Star der Tour war ein kleiner brauner Lederball, der überall dabei war und viele Kinderaugen zum Leuchten gebracht hat. Denn „Ziele verbinden“!

Kinder-Fussballmannschaft in Afrika