Wildfire in Kalifornien: Die Flucht vor dem Feuer

Haus, Heimat, einige kosteten die Waldbrände im Herbst 2017 in Kalifornien sogar das Leben. Alleine in Sonoma County fielen dabei 4.785 Wohnhäuser den Flammen zum Opfer. Eines davon war der Alterswohnsitz des früheren Polizisten und HAIX-Mitarbeiters Jim Gerien und seiner Frau. Sohn Scott beschreibt nach der dramatischen Evakuierung die Situation seiner Eltern:

„Am frühen Morgen gegen 2:00 Uhr ging der Strom aus. Meine Mutter weckte meinen Vater. Schon vor dem Einschlafen hatten sie den Geruch von Rauch in der Nase. Da vermuteten sie noch scherzhaft, dass ein Nachbar Gras rauche. Beim Blick nach draußen sahen sie Polizeiwagen in ihrer Straße. Ein Polizist erklärte meinem Vater, dass es oben auf dem Hügel einen Brand gebe.

Dad wollte wissen, warum sie die Leute nicht evakuieren und forderte den Polizisten auf, in sein Auto zu steigen und mit dem Lautsprecher die Menschen anzuweisen, die Gegend zu verlassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Anweisungen meines Vaters, eines pensionierten Kriminalpolizisten der Stadt New York, wahrscheinlich ziemlich direkt waren. Jedenfalls folgte die Polizei seiner Aufforderung. Im Dunkeln zogen sich Mom und Dad an, sammelten ein, was sie greifen konnten: Telefone, Ladegeräte, Computer und etwas Schmuck. Das war alles.

Als sie aufbrechen wollten, fiel meiner Mutter ein, dass ihr Nachbar, ein 80-jähriger Witwer, der sich gerade von den Verletzungen eines Sturzes erholte, wahrscheinlich noch nichts mitbekommen habe. Also weckten sie ihn auf. Der Nachbar meinte, dass er etwa eine Stunde Zeit bräuchte. Mein Vater entgegnete ihm, dass er in einer Stunde schon tot wäre. Wegen seiner Verletzung war er nur sehr langsam auf den Beinen. Mein Vater unterstützte ihn die Treppen hinunter und half ihm ins Auto. Meine Eltern stiegen in einen Geschäftswagen meines Vaters, ihren Lexus ließen sie zurück in der Garage, weil sich das Tor nicht mehr öffnen ließ. Tage später fanden sie ihn als geschmolzenen Metallklumpen vor.

Es war höchste Zeit. Die Straße stand an beiden Enden bereits in Flammen. Nur ein Fluchtweg führte noch hinaus. Meine Mutter beschrieb einen Glutstrom, der die Straße herunterkam als sie losfuhren. Die wichtigste Straße durch das Wohngebiet war bereits von Autos verstopft, die alle vor den Flammen flüchteten. In der typischen Art eines Polizisten fand mein Vater einen Ausweg über eine Nebenstraße. So konnten die drei sicher entkommen.

Meine Eltern haben es geschafft, weil sie Überlebenskünstler sind. Sie hatten Glück, wofür ich dankbar bin. Sie sind aber auch Nachbarn, die ihr eigenes Leben riskierten, um jemanden zu unterstützen, der Hilfe brauchte.“

Informationen zur aktuellen Waldbrandgefahr in Deutschland liefert der deutsche Wetterdienst.

Das gilt es bei Waldbrandgefahr besonders zu beachten:

-        Keine Zigarettenkippen achtlos auf den Boden werfen; Rauchverbot in Wäldern einhalten

-        Kein Grillen und offenes Feuer im Wald oder auf Grünflächen, nur auf dafür vorgesehenen Grillplätzen

-        Fahrzeuge keinesfalls auf Wiesen oder Waldwegen parken. Der Katalysator oder ein heißer Auspuff können trockenes Gras entzünden

-        Zufahrten zu Wäldern sowie Feldwege freihalten, damit Löschfahrzeuge die Einsatzorte schnell erreichen

-        Wald- oder Flächenbrände unverzüglich der Feuerwehr über den Notruf 112 melden