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Unterwegs in Irans Süden - Couchsurfing und grenzwertige Taxifahrten

Acht Tage unterwegs, davon fast 130 Stunden in Zug und Bus. An der iranischen Grenze musste Henning alleine zurückbleiben, weil sein Visum nicht im System hinterlegt war. Die anderen beiden fahren voraus, finden ihre Couchsurfer-Betten in Teheran, werden von gastfreundlichen Menschen aufgenommen und hoffen, dass Eule bald wieder aufschließt.

Als die drei mit der Planung für ihre Tour begannen, gab sich jeder ein Tier als Synonym. Henning, der im normalen Leben als Versuchsingenieur für Hubschrauberkomponenten arbeitete und dem seine Kumpels „ansteckenden Enthusiasmus und schier endlose Motivation“ nachsagen, entschied sich für die Eule. Benni, von Beruf Maschinenbauingenieur und in seiner Mentalität „der Strukturierteste“ von den Dreien, wählte die Ziege. Ravi, Sozial- und Erlebnispädagoge, geboren in Singapur, hat ein Motto: Du kannst den Affen aus dem Dschungel holen, aber den Dschungel nicht aus dem Affen. „Ohne ihn im Team der Neuzeit Nomaden hätten wir auf unseren Touren nur halb so viel zu lachen“, sagen Eule und Ziege. Er entschied sich für den Waschbären und manchmal nennen ihn seine Freunde auch einfach nur Mogli.

Die Nachricht von Eule kommt schneller als erwartet. Seiner Willensstärke waren die Grenzer offensichtlich nicht gewachsen. Nach langem Verhandeln und zig Telefonaten war das Visum irgendwie dann doch plötzlich da. Er sitzt bereits im Bus nach Teheran, kann er seinen Freunden noch mitteilen. Nur einige Stunden nach ihnen trifft er in Irans Hauptstadt ein. Als sie sich am nächsten Tag noch fragen, wie er das gemacht hat, sitzen sie bereits im Taxi und realisieren, dass ihr Fahrer keinen Ton von dem verstanden hat, was sie ihm erzählten. Statt am Bahnhof will er die drei am Flughafen absetzen. Jegliche Erklärungsversuche scheitern. Der Google Translator versagt kläglich. Ein hilfsbereiter Iraner, der vom Straßenrand aus, das Ganze beobachtete, checkt die Situation und schickt den Fahrer schließlich auf den richtigen Weg. Allerdings nicht auf den direkten. Die Gassen werden immer schmäler und die Zeit immer knapper. Um 11 Uhr fährt ihr Zug fahrplanmäßig ab. Es ist fünf vor und weit und breit kein Bahnhof in Sicht.

Zehn Minuten später taucht doch noch, wie aus dem Nichts, das Bahnhofsgebäude vor ihnen auf. Benni, Ravi und Henning packen ihr Gepäck und rennen. Rund 35 Kilogramm schleppt jeder mit sich. Ausrüstung für ein Jahr unterwegs - oder mehr. Erst öffnet sich die Schiebetür zum Bahnhof nicht, dann müssen sie durch Sicherheitskontrollen, anschließend durch Passkontrollen. Als sie endlich Richtung Bahnsteig rennen müssen sie zuschauen, wie der Zug gerade abfährt.

Hoffnungslosigkeit paart sich mit Enttäuschung. Nur Eule lässt sich einmal mehr nicht unterkriegen und rennt weiter, bis ihn tatsächlich einer der Bahnhofsmitarbeiter bemerkt. „Sein Funkgerät ist unser Glück“, notiert Benni später: „Zu unser aller Überraschung kommt der Zug zum Stehen und wir springen auf.“ Auf die letzte Etappe der Anreise, bevor die große Reise beginnt. Morgen! In Irans Süden. In Bandar Abbas. Von wo aus die Tour durch Regionen führt, die nachts vom Opium beherrscht werden. Die Einheimische als „zu gefährlich“ für das Vorhaben der drei jungen Deutschen einstufen. Für die aber heißt es erstmal: Tiere auf dem Kamelmarkt kaufen…

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