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Tierische Schnappschüsse

Der Morgen im Wald ist kalt und dunkel. Vielleicht ist das der Grund, warum Andreas Hütten das Wildschwein erst bemerkt, als es zu spät ist. Das Tier hatte sich in einer Sule verkrochen. Als es auf Andreas aufmerksam wird, springt es auf und rennt direkt auf ihn zu...

Seit mehr als zehn Jahren ist Andreas Hütten als Fotograf auf Achse. Am Anfang, so berichtet Andreas,  hat er alles fotografiert, was ihm vor die Linse kam. Lediglich einen Grundlagen-Fotokurs hat er besucht und sich alles andere selbst beigebracht.

Schnell kristallisierte sich für den heute 31-jährigen heraus, dass die Natur- und Tierfotografie ihn besonders fasziniert. Dieses Hobby nimmt seitdem einen großen Teil von Andreas Freizeit in Anspruch. Glücklicherweise teilt seine Frau sein Hobby und so wird in den gemeinsamen Urlauben ebenfalls regelmäßig fleißig fotografiert. Hauptberuflich ist Andreas Betriebswirt. In der Natur findet er den nötigen Ausgleich zum stressigen Alltag. „Ich kann ohne Probleme schon einmal einen ganzen Samstag im Ansitz verbringen und beobachten. „Für mich ist die Ruhe der Natur Erholung pur.“, sagt der sympathische Niedersachse.

Die Natur studieren

Doch die entspannte Zeit in der Natur ist nicht das einzige, was Andreas Begeisterung für die Wildtierfotografie auslöst. „Es ist ganz klar das Unvorhersehbare, das dieses Hobby so spannend macht. Man kann zwar die Location planen, aber das heißt noch nicht, dass die Wildtiere mitspielen.“, so Andreas. Oft geht er mit einem bestimmten Motiv im Kopf ans Werk. Das führt dazu, dass er manchmal stundenlang an einem Ort verharrt, um das gewünschte Tier vor die Linse zu bekommen. Und der erhoffte Schnappschuss gelingt selten beim ersten Versuch. Dutzende Anläufe, absolute Ruhe und natürlich viel Geduld sind für das perfekte Bild Voraussetzung.

Doch auch andere Faktoren spielen eine entscheidende Rolle. Wildtierfotografen müssen die Spots kennen, an denen sich die Tiere meist aufhalten. Dies erfordert ein jahrelanges Studium der Tiere und deren Umwelt. Laut Andreas ist für seine Arbeit besonders wichtig, dass man die Tiere kennenlernt und deren Verhaltensweise beobachtet, damit man schon vorher ungefähr weiß, wohin sie als nächstes schauen oder gehen könnten.

Vom Hobbyfotografen zum Lehrer

Seit einiger Zeit bietet Andreas Foto-Seminare für interessierte Tierfotografen an. Die Nachfrage ist groß und die Kurse oft schon Monate zuvor ausgebucht. Jeder Teilnehmer erhält eine Einführung und ein Handout mit den wichtigsten Infos zu Ausrüstung und Verhalten. Die Grundregeln: Ruhig verhalten, keine ruckartigen Bewegungen machen, wenn überhaupt, dann nur leise sprechen, um die Tiere nicht gleich wieder zu verscheuchen. „Wichtig ist immer, dass man nicht mit zu hohen Erwartungen an die Sache ran geht. Manchmal hat es sehr lange gedauert, bis sich Tiere gezeigt haben. Das Wichtigste ist und bleibt halt die Geduld.“, so Andreas.

Dass sich bei einem Seminar mal kein Tier vor die Linse verirrt hat, ist allerdings noch nie vorgekommen. „Wenn das gewünschte Tier, sagen wir ein Eichhörnchen, nicht ausfindig zu machen ist, dann fotografiere ich stattdessen die verschiedenen Singvögel.“, sagt Andreas. Die Natur ist eben unberechenbar.

Ebenso unberechenbar war dann auch die Begegnung mit dem Keiler. „Das Tier und ich hatten uns erst sehr spät bemerkt. Es sprang auf, rannte auf mich zu und drehte dann knappt zwei Meter vor mir ab, um in den Wald zu laufen. Glück gehabt, ein Scheinangriff!“ Mit einem zwinkernden Auge fügt er hinzu: „Ich weiß nicht, wer von uns beiden sich da mehr erschrocken hat.“