Roter Sand, trockene Flüsse und alte Vulkane

Sossusvley, im Namib Naukluft Park ist Teil eines der größten Naturschutzgebiete der Welt. In dieser Ton-Pfanne in der Wüste im Südwesten Namibias endet der Tsauchab-Fluss. Wasser gelangt nur in guten Regenjahren bis ins Vley. Ein richtiger See entsteht deshalb hier fast nie. Dafür ist es heiß, sehr heiß. Selbst der Fahrtwind fühlt sich an wie der Luftstrom aus dem Haarfön mitten ins Gesicht.

Namibia 2010 das war nach dem gelungenen Debüt auf dem schwarzen Kontinent in Südafrika 2009 die logische Fortführung meiner Afrika-„Expeditionen“. Natürlich wollten wir unsere Freunde besuchen, aber auch die Highlights des wunderbaren Landes anvisieren: Das bemerkenswerte Städtchen Swakopmund an der Atlantikküste zum Beispiel, das Erongogebirge und natürlich Sossusvley.

Mit Air Namibia gelangt man über Nacht bequem von Frankfurt nach Windhoek. Nach der obligatorischen kurzen Akklimatisierungsphase bei Freunden, hatten wir auf der Farm schnell neue, ganz besondere Freundschaften mit einer Horde gestreifter Mungos geschlossen, die auf dem Hof umherstreifte. Dem Fleisch von Oryxantilopen konnten die scheuen Vierbeiner nur schwer widerstehen.

Über die Hauptstadt Windhoek führt unsere Reise nach Süden in die Wüste. Ziel sind die berühmten roten Dünen bei Soussusvlei. Der Weg zum Vlei ist das trockene Flussbett des Tsauchab. Geologen rätseln, ob er vor 60.000 Jahren die Richtung wechselte oder unterirdisch weiter fließt. Heute gibt er dem Gebiet seinen Namen. Sossus heißt in der Nama-Sprache „Blinder Fluss“ und dieser blinde Fluss sorgt für ein Farbenspiel, das zum Rausch der Sinne werden kann: Rote, orangefarbene, gelbe Dünen. In den frühen Morgenstunden zaubert die aufsteigende Sonne ihr Schattenspiel am beeindruckendsten in den welligen Sand. Am besten übernachtet man in der Nähe des Eingangs zum Nationalpark, um nach einem frühen Start das Schauspiel in seiner vollsten Pracht genießen zu können. Außerdem lassen sich die mit 300 Metern höchsten Dünen der Welt besser in der Kühle des Morgens erobern, als in der Hitze des Tages. In ihrem feinen roten Sand ist gutes Schuhwerk mit entsprechendem Knöchel-Support gefragt, ein geniales Testrevier für den HAIX Airpower P6 High und ein anstrengendes Unterfangen, das mit einem grandiosen Ausblick belohnt.

Die nächste Station ist eine idyllische kleine Ranch mit eigenem Observatorium in der Nähe des Gamspasses. Diese Gegend ist unter Astronomen sehr beliebt, weil die klare Wüstenluft und das Fehlen jeglicher Beleuchtung einen phänomenalen Blick auf den nächtlichen Sternenhimmel eröffnen. Ein nächtlicher Ausflug zum Observatorium entführt in die Weiten der Milchstraße.

Ein Muss für  Namibiareisende ist ein Besuch in Swakopmund. Statt Asphalt sind Straßen mit  Salz belegt. Alte Gebäude, die schon zu Kaisers Zeiten im Wüstensand standen, prägen das Stadtbild. Interessante Geschäfte, gemütliche Kneipen und klassische Hotels laden zum Bummeln und Verweilen ein. Wir bleiben zwei Tage und erkunden das Städtchen. Eine exquisite Lodge in der Nähe der großen Robbenkolonie (40.000 - 60.000 Exemplare) bei Cape Cross wird zum genialen Ruhepunkt auf dieser Tour.

Zum Schluss geht’s noch in das wilde Erongogebirge. Die vulkanische Bergformation erhebt sich auf 2000 Meter über den Meeresspiegel. Ein uralter, erodierter und völlig inaktiver Vulkankegel bildet die Basis. Seine riesige Ringstruktur mit den drei inneren ebenen Becken ist sogar aus dem Weltall zu erkennen. Die Klettertour mit einem abendlichem “Sundowner“ auf einer der großen zerklüfteten Granitkuppen wird zu einem weiteren Höhepunkt der Reise. Einige Tage bei Freunden in und um Windhoek beschließen meine ereignisreiche erste Tour durch Namibia. Sie war bestimmt nicht die Letzte in dieses faszinierende Land in Afrika.