Rauchmelderpflicht in Bayern ab 2018

Rauchwarnmelder retten Leben. Rund 400 Menschen kommen jedes Jahr in Deutschland bei Bränden ums Leben.[1] Davon sind 95 Prozent Opfer von Rauchvergiftung, diese kann bereits nach zwei Minuten tödlich sein.[2]

Nachts kann es deshalb innerhalb weniger Minuten zu einer tödlichen Rauchvergiftung kommen. Auch Vorsicht schützt nicht: Meist ist nicht Fahrlässigkeit die Ursache, viel öfter entsteht ein Feuer durch technische Defekte an elektrischen Geräten. Ein Rauchwarnmelder ist also ein lebensrettender Aufpasser.

Das kleine Gerät schlägt bei Brandgefahr lautstark Alarm. Rauchmelder registrieren Brand- bzw. Rauchgas und registrieren bereits geringe Rauchkonzentration. Selbst im Schlaf ist der durchdringende Alarmton unüberhörbar.

Rauchwarnmelder ab 1. Januar 2018 in allen Wohnungen vorgeschrieben

Bereits seit 1. Januar 2013 mussten Neubauwohnungen in Bayern über Rauchwarnmelder verfügen. Bis zum 31. Dezember müssen nun generell alle Wohnungen bayernweit verpflichtend mit Rauchwarnmeldern nachgerüstet werden. Die Pflicht zur Installation von Rauchwarnmeldern ist gesetzlich festgehalten in Art. 46 Abs. 4 der Bayerischen Bauordnung (BayBO).

In jedem Schlafzimmer, Kinderzimmer oder weiterem Schlafraum muss je ein Rauchwarnmelder angebracht werden. In Einzimmerwohnungen muss der Rauchmelder ebenfalls im Schlafbereich montiert werden. Außerdem muss ein Rauchmelder in Fluren installiert werden, die zu Aufenthaltsräumen führen, wie zum Beispiel Wohn- oder Esszimmer. In Keller und Dachboden sind Rauchmelder zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber sinnvoll. Entsteht hier ein Brand, wird er sonst erst spät entdeckt, wenn das Feuer bereits auf andere Räume übergreift. Für Küche oder Bad eigenen sich normale Rauchmelder nicht. Hier ist entsteht im Alltag regelmäßig Dampf, der einen Alarm auslösen würde. Hier empfehlen sich wenn dann spezielle Wärme- oder Hitzemelder, die auf ansteigende Raumtemperatur reagieren. Der richtige Platz für Rauchwarnmelder ist mittig an der Decke, denn Rauch steigt nach oben. Der Rauchmelder darf nicht verdeckt werden.

Wer ist für was verantwortlich?
Verantwortlich für die Erstinstallation der Rauchwarnmelder ist bei Neubauten seit 2013 der Bauherr, für die Nachrüstung der Eigentümer. Beim Kauf der Geräte ist auf das CE-Zeichen und die Prüfnummer DIN EN 14604 zu achten. Ein „Q“ kennzeichnet die Qualität besonders hochwertiger Rauchmelder. Für die weitere Funktionsfähigkeit ist dann der Wohnungsbesitzer zuständig – also bei Eigentumswohnungen, der Eigentümer selbst, bei Mietwohnungen, der Mieter. Funktioniert ein Gerät nicht mehr, ist der Vermieter zu informieren.

Wer zahlt den Rauchmelder?
Darf der Vermieter die Kosten für die Installation von Rauchwarnmeldern auf den Mieter umlegen? Auch wenn in der Nebenkostenabrechnung ein solcher Posten auftaucht, die einmaligen Kosten für Anschaffung und Montage der Rauchmelder können nicht auf den Mieter übertragen werden. Es besteht allerdings die Möglichkeit, die Kosten als Modernisierungsmaßnahme im Wege einer Mieterhöhung geltend zu machen. Die Kosten für die jährliche Wartung hat in der Regel der Mieter zu tragen.

Verhalten im Brandfall und Vorbeugung
Sollte der Rauchwarnmelder tatsächlich anschlagen und vor Brand warnen, gilt es Ruhe zu bewahren und sich und andere Menschen zu allererst aus der Wohnung bzw. aus dem Haus zu retten. Anschließend ist die 112 zu alarmieren. Es empfiehlt sich, vor dem Urlaub Rauchmelder mit neuen Batterien zu rüsten. So kann vermieden werden, dass die Feuerwehr nur wegen einem Fehlalarm durch leere Batterie vor der Haustür steht.

So vermeiden Sie allgemein eine Brandentstehung:

  • Lassen Sie Kinder niemals alleine mit offenem Feuer wie Kerzen und verstauen Sie Streichhölzer und Feuerzeuge sicher. Auch Tiere sollten nicht mit Kerzen alleine gelassen werden.
  • Lassen Sie einen eingeschalteten Herd niemals unbeaufsichtigt. Ein vergessener Herd oder Backofen ist eine häufige Brandursache.
  • Lagern Sie leicht entzündliche Materialien nicht in der Nähe von Hitzequellen.
  • Achten Sie darauf, dass elektrische Geräte einwandfrei funktionieren und schalten Sie nicht genutzte Geräte aus. Trennen Sie die Stromzufuhr komplett, die Stand-by-Funktion verbraucht weiter unnötig Strom und erhöht das Risiko von Defekten. Vermeiden Sie den Kontakt zwischen elektrischen Geräten und Wasser.
  • Schließen Sie nicht mehrere Mehrfachsteckdosen hintereinander an. Auch sollten leistungsintensive Geräte wie Waschmaschine oder Spülmaschine nicht über eine Mehrfachsteckdose betrieben werden.
  • Oft unbekannt: Auch Staub und Schmutz können einen Hitzestau bei Geräten verursachen. Stauben Sie deshalb Kühlschrank oder Stereoanlage regelmäßig ab und reinigen Sie die Flusensiebe von Trockner und Waschmaschine.


Übrigens: Zur Weihnachtszeit und am Jahresende passieren 40 Prozent mehr Brände als im Herbst oder Frühjahr.[3]


[1] www.test.de/Rauchmelder­Rechtzeitig­aufwachen­1063379­1063408

[2] www.gdv.de/2005/03/rauchmelder­retten­leben

[3] www.gdv.de/2014/11/versicherer­registrieren­mehr­braende­im­advent