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Polizei-Eskorte, bockige Kamele und gastfreundliche Menschen

Nach acht Tagen im Zug von Augsburg bis zum Ausgangspunkt in der Stadt Kahnuj im Süden des Iran. Nach Visaproblemen, Kamelkauf, Stress mit dem Veterinäramt und nur knapp einem Überfall entkommen, haben es die drei Neuzeit Nomaden endlich geschafft. Die Karawane mit den drei Kamelen kann zu ihrer 7.000-Kilometer-Tour vom Iran bis in die Mongolei starten. Doch der anfängliche Enthusiasmus ist getrübt. Nichts ging bisher so reibungslos, wie man sich das erhofft hatte. Und der von ihrem iranischen Freund vereitelte Überfall gibt den Jungs zu denken. Eine Tour durch entlegene Landschaften auf Routen der Opium-Seidenstraße fernab der Zivilisation rückt in immer weitere Ferne. Im Osten des Iran werden afghanische Drogenschmuggler zum unkalkulierbaren Risiko.

„Wir haben uns dazu entschieden mit unseren Kamelen von sicherem Ort zu sicherem Ort bei Tageslicht, entlang der belebten Hauptstraße zu laufen“, notiert Henning frustriert ins Tagebuch. Nachdem sie in der Tourismusbehörde von Kahnuj wieder einmal viel Tee getrunken, viel geredet und mit den Beamten Selfies gemacht hatten, beschlossen sie die Warnungen ernst zu nehmen.

Immerhin sind endlich alle Formalitäten erledigt. Erstes Ziel ist eine 40 Kilometer entfernte Polizei- und Rettungsstation, neben der sie ihr Zelt aufschlagen wollen. Beim Beladen der Kamele helfen die Dorfbewohner. „Ob wir das auch ohne ihre Hilfe hinbekommen…“, notiert Henning selbstzweifelnd.

Ein besorgter Tourismus-Chef organisiert den jungen Deutschen eine Polizeieskorte, was die drei eigentlich gar nicht wollen. „Wir laufen durch faszinierende Landschaften. Vorbei an Dörfern und Farmen. Die Kamele gehen gut und machen einen zufriedenen Eindruck“, klingt Henning euphorisch.

Als Iman, ihr iranischer Freund, ihnen mit dem Auto nachfährt und von den beiden bewaffneten Bauern berichtet, die beim Anblick des Polizeifahrzeuges wegrannten, ändert sich die Stimmungslage schlagartig. Plötzlich sind sie „doch sehr froh, die Eskorte zu haben“, mutiert die Tonlage im Logbuch. „Vermutlich hatten sie es auf uns abgesehen.“

Am nächsten Tag werden sie mit ganz anderen Problemen konfrontiert. Während einer Rast stürzt eines der Kamele, Gabi, in ein ausgetrocknetes Flussbett und kommt nicht mehr alleine hoch. Kamel entladen, aus dem Wadi bergen, wieder beladen – für Tee und Obst bleibt keine ruhige Minute. Kaum ist das eine Problem unter Kontrolle, folgt das nächste. Bianca, Kamel Nummer zwei, hat sich losgerissen und spaziert eigensinnig Richtung Heimat. Wieder eingesammelt werden mag sie gar nicht. Sie sträubt sich, wirft sich zu Boden. Einer der teuren Wasser-Faltkanister tropft. Und die Polizei-Eskorte macht Druck, weil es bald dunkel wird.

Bei Sonnenuntergang steht die Karawane verzweifelt vor der Rettungsstation. Die Tiere finden kaum Fressen in der Umgebung. Das Zelt entfernt aufzubauen ist aber zu gefährlich. Nette Rettungssanitäter helfen aus der Patsche, bitten sie herein und bieten an, im Gebetsraum zu schlafen. „Die Küche können wir benutzen, beim Essen sollen wir uns bedienen und Futter für die Kamele können sie organisieren. Wieder einmal sind wir überwältigt von der iranischen Gastfreundschaft“, schreibt Henning. Gemeinsam entschließen sie sich ein, zwei Tage zu bleiben, um mit den Kamelen ein paar Basics zu trainieren. Bibi, das jüngste Tier in der Gruppe bereitet die größten Sorgen. Sie reagiert extrem nervös auf alles Unbekannte. „Wir sind uns unsicher, ob wir das richtige Kamel gekauft haben“, zweifeln Eule, Ziege und Ravi abends über ihre ersten Erfahrungen im Kameltreiberleben.

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