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Mission Pink

Vendelin trägt pink und spricht über Brüste. Aufmerksamkeit erregt? Genau das ist sein Ziel. Der pinke Feuerwehrmann redet offen über Brustkrebs, will aufklären und Präventionsarbeit leisten. Gestartet als Einzelkämpfer ist er auf seiner Mission bald nicht mehr allein.

Hose, Jacke, Helm – alles erstrahlt in grellem Pink. Zwischen dem Getümmel aus beiger, schwarzer und roter Einsatzkleidung sticht dieser Typ besonders heraus. Sein Name: Vendelin Cliques, 41 Jahre, Feuerwehroffizier aus Versailles. Siebeneinhalb Stunden Fahrt liegen hinter ihm, um als Pink Firefigther an der diesjährigen Europameisterschaft im Feuerwehrsport teilzunehmen. „Aber ich strebe nicht nach Siegertreppchen oder Goldmedaillen. Ich bin nach Hannover gekommen, um aufzufallen.“

Seit zwei Jahren trainiert Vendelin, um den Anforderungen des FireFit Parcours gewachsen zu sein. Das heißt, in voller Feuerwehrmontur mit 20 Kilo Schlauchpaket zuerst den zwölf Meter hohen Turm bezwingen, danach den Hindernislauf inklusive Menschenrettung mit einem 90 Kilogramm-Dummy meistern. Ein erbarmungsloser Kampf, bei dem jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin ganz schnell an die eigenen Grenzen stößt. Die Besten in diesem Sport schaffen es unter eineinhalb Minuten. Vendelin zählt sich selbst nicht zu den Top-Athleten, aber er versuche jedes Mal sein Bestes zu geben. „Deshalb sehe ich viele Parallelen zum Kampf gegen Krebs“, erklärt er. „Die Bedingungen sind hart, aber du darfst nicht aufgeben. Es ist egal, wie lange du brauchst. Mach weiter, bis du dein Ziel erreicht hast!“

Die Krankheit, die jeden treffen kann

„Eine Freundin ließ sich im Alter von 30 beide Brüste abnehmen“, erzählt der 41-Jährige. Eine Entscheidung, die ihn sehr berührt habe: Einen Teil seines Körpers entfernen zu lassen, um zu überleben. „Ihr Mut hat mich inspiriert, da ich zu dieser Zeit hart für die FireFit trainiert habe.“ Warum also nicht in Pink antreten? Den Kontrast, den er dadurch schafft, sieht er nicht nur in der Farbe. Vendelin will das Bewusstsein für diese Krankheit unter seinen männlichen Kollegen schärfen. Denn Brustkrebs betrifft statistisch gesehen jede achte Frau. „Wir alle haben eine Mutter, Schwester oder Tochter. Wir alle wollen, dass sie leben. Deswegen ist es wichtig, dass wir auf ihre Gesundheit achten.“ 

Vor eineinhalb Jahren schlüpfte Vendelin zum ersten Mal in seine pinke Ausrüstung. Nach und nach erfuhren auch seine Kollegen davon und schmunzelten zunächst darüber. „Doch als ich ihnen von den Statistiken erzählte, haben sich viele geöffnet.“ Der Großteil seiner Kollegen sei durch Todesfälle im Bekannten- oder Familienkreis betroffen. „Deshalb müssen wir darüber sprechen. Darüber, dass Selbstvorsorge und Früherkennung die Heilungschancen erhöhen“, sagt Vendelin, „und zwar nicht nur im Brustkrebsmonat Oktober, sondern das ganze Jahr über!“

Den Kampf zusammen austragen

Schon auf dem Wettkampfplatz in Hannover war für den Feuerwehrmann klar: Mein Team soll wachsen! Der Plan: ein französisches, ein britisches und ein deutsches Team mit jeweils zehn Mitstreitern. Vier Monate später bauen Pete Wakefield und Martin Schulz gemeinsam mit ihm die internationalen Gruppen auf. Weitere Weggenossen zu finden, sollte für die Drei ein Leichtes sein: „Alles was wir tun, ist unsere pinken Anzüge tragen und über Brustkrebs sprechen. Es ist unglaublich, wie sehr wir die Menschen dadurch begeistern können“, sagt Vendelin. 

Dem britischen Feuerwehrmann Pete ging es nicht anders. Er lud den Pink Firefighter als Gast in seinen Podcast ein. Noch während des Interviews wird Pete mit den Worten „I want to be part of your team“ selbst zum Pink Firefighter. Beide treffen sich bei der British Firefighter Challenge im Oktober dieses Jahres wieder. Und obwohl es in den Einzelläufen darum geht, gegeneinander zu laufen, laufen sie miteinander. Pete, der eigentlich viel schneller ist, hält Vendelins Tempo und hört nicht auf, ihn zu motivieren. „Er ist wie ein Coach, der unglaublich viel positive Energie versprüht. Ich bin froh, ihn an Bord zu haben.“ Wie lange sie für den Lauf gebraucht haben, ist vollkommen egal. Die Unterstützung seiner Mitstreiter sei für Vendelin viel bedeutsamer. „Es ist wichtig, dass wir als Männer unsere Stimmen erheben. Aber es ist auch wichtig, dass wir Frauen im Team haben. Und genau die versuchen wir gerade zu finden“, erklärt Vendelin seine weiteren Pläne. „Wir suchen nicht die stärksten Läufer, sondern die Menschen mit den stärksten Herzen.“

Mittlerweile erreichen Vendelin Anfragen aus verschiedensten Teilen der Welt. Auch er will so viele Menschen wie möglich mit seiner Botschaft erreichen. „Ich möchte nächstes Jahr in die USA fliegen und dort an einer Stair Climb Challenge teilnehmen.“ Sein Kollege Pete hat sogar für dieses Jahr noch hohe Ziele: Er will den Weltrekord im Truck Pull brechen. Selbstverständlich als Pink Firefighter.

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