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megamuzzidoch! Teil 2: Bereit für Afrika. Die Wüstenstiefel bestehen sogar den Hundetest.

Junge Dame, Sie verlassen das europäische Festland.

In Algeciras angekommen habe ich die anderen Teams wiedergetroffen und es ging nach Erledigung aller Formalitäten auf die Fähre. Nach einer windigen und welligen Überfahrt sind wir in Tanger, Marokko angekommen.

Ab hier wurde dann fast nur noch im Auto geschlafen. Lange, schöne Nächte mit tollen Leuten, kurzen Schlafphasen und dann morgens stets bereit sein für alles was kommt: Manchmal laufen Pfauen am Auto vorbei, manchmal ist alles still, man ist die Erste und kann den Sonnenaufgang genießen und manchmal wird man mit den Worten „Claudi, steh auf, da sind Delfine“ geweckt. Egal wie der Morgen beginnt, ich war sehr froh über meine HAIX Wüstenstiefel mit Reißverschluss. Die konnte man während des Sprungs aus dem Auto anziehen und war sofort bereit für alles was kommt.

Denn ab Marokko war ich in Afrika und nicht mehr in Europa. Andere Kultur, teilweise andere Sprachen, anderes Essen, andere Straßen, aber zum Glück auch hier freundliche und hilfsbereite Menschen. Wie ich mich von Dresden aus auf den Weg gemacht habe, erfahrt Ihr in Teil 1.

Vor allem im Süden von Marokko geht es immer nur noch geradeaus, viele hunderte Kilometer lang. Und dann fängt man an mit Instagram, neuer Musik, Videos erstellen, Slalom fahren, umziehen, fotografieren und mit dem Funkgerät rumspielen. Wird Zeit, dass etwas Neues passiert. Und das dauerte meist auch nie sehr lang.

Marokko ist ein sehr großes Land mit vielen verschiedenen Regionen und Stämmen. Von Strand über Schnee im Atlasgebirge bis hin zu Oasen bzw. Wüstenregionen. Es gibt arme und reiche Regionen, Toiletten mit und ohne Schüsseln, mehr oder weniger muslimisch geprägte Menschen, aber immer sehr leckeren Tee. Von Tanger ging es nach Marrakesch über das Atlasgebirge bis nach Dakhla.

Mit den superleichten Wüstenstiefeln konnte ich jederzeit alles machen: auf Autos, Atlasgebirgen und Steilküsten klettern, Abhänge zum Meer runterlaufen, alles schnell an und ausziehen, wenn ich schwimmen wollte und natürlich die langen Autofahrten. Die Schuhe haben alles durchgehalten. Sogar als die Straßenhunde, die mit mir schwimmen waren, mir den Stiefel geklaut haben, damit ich bei ihnen bleibe… nach einer strengen Anrede bekam ich meinen Stiefel zurück und es war noch nicht mal ein Zahnabdruck zu sehen. Hundetest bestanden!

Ab jetzt knirscht es nur noch zwischen den Zähnen.

Nach der ewig langen Straße im Süden Marokkos ging es zur Grenze nach Mauretanien. Viele Stunden standen wir an der Grenze für den Einreisestempel an. Ganz getreu dem Motto „In Europe you have watches but in Africa we have time.“

Ab jetzt ging es in die Wüste. Fünf Tage durch die Sahara, nur mit dem was man bei sich hat. Kein Internet, kein fließendes Wasser, dafür viel Wind, viel Sand und wunderschöne Landschaften. Die Luft wurde zum großen Teil aus den Reifen gelassen, damit man sich nicht so schnell festfährt. Außerdem sollte man nicht in der Spur des Vordermanns fahren, einen niedrigen Gang wählen und immer schön Gas geben. Das konnte ich! So habe ich mich in der Wüste nicht ein einziges Mal festgefahren. Über das Einsanden wurde Strichliste geführt. Aber es hat auch jeder jedem beim „ausbuddeln“ beziehungsweise rausziehen geholfen. Mir hat ein vom Vorderauto aufgewirbelter großer Stein den Auspuff hinter dem Flexrohr abgerissen. Da zum Reparieren nicht genügend Zeit war, wurde er kurzerhand aufs Dach geschnallt. Jetzt hörte sich mein alter Toyota wie ein richtiges Rallyeauto an. Später wurde er dann auf Reifen aufgebockt und mit aufgeschnittenen Bierdosen sowie mit den zwei Schellen, die ich als Ersatz mithatte, wieder befestigt. So fährt er heute noch.

In der Wüste Auto fahren, hieß Musik laut drehen, alles Fenster aufmachen, da mein Toyota noch keine Klimaanlage hatte, Sonnen- und Staubschutz, aber auch unendliche Weiten, Freiheit, Sanddünen und im weicheren Sand driften. Am letzten Tag sind wir am Meer angekommen, bei Ebbe sei es eine offiziell eingetragene Straße, hieß es.

Sobald wir wieder auf eine asphaltierte Straße ankamen, wurden die Reifen per Kompressor wieder aufgepumpt. Und es wurde deutlich, dass der Sand wirklich überall ist: im Schlafsack, in den Haaren, in der Kleidung, im Auto, einfach überall. Das war jedoch zweitrangig im Vergleich zu den Eindrücken in Mauretanien: Ein wunderschönes, aber sehr armes Land. Ein Land, in dem Polizisten nach Medikamenten und junge Männer nach einem Fußball fragen. Ein Land, in dem kaum ein Kind Schuhe besitzt und sie für einen Kugelschreiber vor das Auto laufen würden. Aber auch ein Land in dem jeder zurück gewunken und gelächelt hat. Ein Land, in dem ich morgens in meinem Auto aufwachte und Delfine im Meer schwimmen sah. Vielleicht ist dieses Land doch nicht so arm.

Geprägt und überwältigt ging es dann weiter nach Senegal. Hier wurden alle „Wüstenschäden“ an den Autos und den Menschen repariert. Jetzt ist Banjul nicht mehr weit. Was ich dort erlebt habe folgt in Teil 3.

 

Mehr Infos zur Rallye

 

Die Rallye Dresden-Dakar-Banjul wird vom Sächsischen Verein „Breitengrad e.V.“ veranstaltet. Dabei werden die Autos in Gambia für einen karitativen Zweck versteigert. Die Erlöse kommen verschiedenen gambischen Hilfsorganisationen sowie bedürftigen Schulen und Krankenhäusern zugute. Über 21 Tage geht es durch mindestens sieben Ländern bei einer Streckenlänge von ca. 8.000 km. Die 34 Auto, welche bei der Rallye im November 2018 versteigert wurden, erzielten insgesamt einen Erlös von über 63.000 Euro.

 

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