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Megamuzzidoch! Teil 1: Was passiert, wenn ein Mädchen sagt, sie fährt allein mit ihrem alten Toyota nach Gambia

Claudi, den kriegst du nicht mehr durch den TÜV!

Mein gutes, altes Auto. Toyota Carina E, 26 Jahre und treuer Begleiter in den letzten neun Jahren. Fährt immer, verbraucht wenig Benzin, hat ein Schiebedach und das bisschen, was kaputt geht, kann günstig repariert werden. Nein, der darf nicht einfach sang- und klanglos im Schrott verschwinden. Dieses Auto hat ein würdiges Ende verdient.

Und ich hatte schon lange den Plan, ihn selbst bis nach Afrika runter zu fahren. Gesagt getan. Im November 2018 sollte es dann endlich so weit sein. Bei der Rallye Dresden-Dakar-Banjul werden zweimal jährlich Autos bis nach Gambia gefahren und dort für einen gemeinnützigen Zweck versteigert.

Was passiert, wenn ein Mädchen sagt, sie fährt allein mit ihrem alten Toyota nach Gambia? Kopfschütteln, mitleidiges Lächeln und Sätze wie „Das schaffst du nie!“ „Für so etwas brauchst du ein richtiges Auto, deiner kommt doch nicht heil an.“ „Weißt du, wie gefährlich das ist?“ „Solange hältst du doch das Autofahren gar nicht durch.“ „Als Frau, bist du dir sicher?“

Doch – megamuzzidoch!

Und mit jeder Ablehnung steigt die Motivation genau das doch zu schaffen. Auch der Teamname war damit klar: megamuzzidoch! Das ist das beste was ich mit meinem Auto machen kann und ich bin auch wieder mehr als bereit für ein Abenteuer.

Wenn du ein Auto seit neun Jahren fährst, weißt du wie es klingt, was bald kaputt gehen könnte und was du schon repariert hast. Du hast ihn allein angeschoben, als die Batterie zu schwach war, auf Festivals drin geschlafen und ein Fahrtraining absolviert. Du weißt, wie er sich bei Glatteis verhält und dass du dich immer drauf verlassen kannst. Aber auch bis nach Afrika?

Wir müssen die Bremsleitung bördeln.

Wie bereitet man ein Auto auf eine Wüstenrallye vor? Du brauchst einen Plan. Du musst dein Auto wüstenfit machen und auch dich selbst: Impfungen, Visa, Kleidung, Insekten- und Sonnenschutz, Unterbodenschutz, Infos über die einzelnen Länder, Motoröl, Ersatzreifen, Versicherungen, Sprache, Schlafplatz, Rückflug, Medikamente und natürlich Kamera, Navigation und Straßenkarten.

Aber noch viel wichtiger. Du brauchst Freunde, die an dich glauben und dich genau dann aufbauen, wenn du mal den Mut verlierst. Denn du triffst viele, viele Menschen, denen du von deinem Vorhaben erzählst. Wichtig ist, dass du nicht aufgibst, denn irgendwann läuft es.

Let's get ready to rumble!

Alles an Board? An alles gedacht? Startklar? Dann los! Superaufgeregt und kaum geschlafen, aber voller Vorfreude wird das Auto morgens fertig gepackt und dann geht es nach Dresden zum Startpunkt. Dort habe ich dann die anderen Teams sowie die Organisatoren persönlich kennengelernt und am Abend über den Weg diskutiert. Laut Roadbook wird die Route über Frankreich empfohlen, fester Treffpunkt ist jedoch erst Algeciras in vier Tagen. Direkt nach Frankreich um dann Österreich, Italien und Monaco zu verpassen? Keine Chance.

Also bin ich einfach losgefahren richtig Süden, über den Brenner nach Österreich. Pro Tag habe ich mich mindestens einmal verfahren, aber so lernt man schließlich auch Europa kennen. Monaco war dann die erste Mutprobe, denn alle Navigationssysteme fielen aus, kein freier Parkplatz und ich brauchte dringend eine Tankstelle. “Keep smiling“ und vertrau auf die Menschen vor Ort. Das hat dort und später in jedem anderen Land sehr gut funktioniert.

Einen ungewollten Stopp hat mir die spanische Polizei gebracht, die meine Reservereifen auf dem Kofferraum nicht in Ordnung fanden. Neben einer Strafe von 100 Euro durfte ich auch gleich beweisen, dass ich die alleine, inklusive gegenkontern, abschrauben kann. Man wächst mit seinen Aufgaben…

Nun bin ich bereit für Afrika. Wie es mir in der Wüste ergeht folgt in Teil 2. 

 

Mehr Infos zur Rallye

Die Rallye Dresden-Dakar-Banjul wird vom Sächsischen Verein „Breitengrad e.V.“ veranstaltet. Dabei werden die Autos in Gambia für einen karitativen Zweck versteigert. Die Erlöse kommen verschiedenen gambischen Hilfsorganisationen sowie bedürftigen Schulen und Krankenhäusern zugute. Über 21 Tage geht es durch mindestens sieben Ländern bei einer Streckenlänge von ca. 8.000 km. Die 34 Auto, welche bei der Rallye im November 2018 versteigert wurden, erzielten insgesamt einen Erlös von über 63.000 Euro.

 

 

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