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„Man wird nicht alt“ – Ein Mann auf der Suche nach Herausforderung

Höchste Konzentration. Die hölzernen Wandelemente sind so massiv, dass sie von zwei Kränen gleichzeitig angehoben werden müssen. Die beiden Kranführer müssen ihre Aktionen genau aufeinander abstimmen. Einer von ihnen ist Kim Tiefnig. Auf sein Kommando setzt sich ein präzise choreografiertes Baustellenballett in Bewegung. Gleichzeitig heben die Kräne die Holzwand erst waagerecht in die Höhe, dann eine 90-Grad-Drehung in die Senkrechte. Jetzt absetzen und nochmal um 20 Grad neigen. 

Die riesige Holzwand, die der Hamburger mit dem imposanten Vollbart gerade so exakt wie ein Lego-Steinchen eingepasst hat, ist Teil einer Boulderhalle, die derzeit bei Erlangen entsteht. In ein paar Monaten werden hier Kletterer die steilen Wände nach oben kraxeln – Schwerstarbeit. Die leistet auch Kim, der nicht nur als Kranführer, sondern auch als Zimmerer arbeitet. Denn was hier entsteht, ist nicht nur irgendeine Kletterhalle. 

„Die Boulderhalle ist komplett in Holzkonstruktion gebaut und die weltgrößte in diesem Baustil“, erklärt Kim. Das Grundgerüst besteht aus zwei mächtigen Sechsecken, die miteinander verbunden sind. Diese komplizierte Konstruktion muss äußerst präzise aufgebaut werden, damit am Ende auch alles zusammenpasst. Über 1.200 Kubikmeter Holz werden dafür verbaut. „Das gesamte Projekt ist eine riesige Herausforderung, aber auch ein richtiges Highlight“, sagt Kim mit einem breiten Grinsen unter dem langen Bart, seinem unverkennbaren Markenzeichen. 

Immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung

„Den Bart lasse ich mir seit acht Jahren wachsen. 2015 war ich sogar auf der Bart-Weltmeisterschaft und bin von 68 Teilnehmern in der Kategorie ‚Vollbart Naturale‘ auf Platz 8 gekommen“, erzählt der Zimmerer stolz. Kim liebt die Herausforderung – und er ist immer auf der Suche nach der nächsten. So auch 2018, als er an der TV-Show „Goldrausch am Yukon“ teilnahm. 

Sechs Wochen lang hat Kim dafür in der Wildnis Alaskas nach Gold gegraben. „Aus dem Boden einen Haufen Dreck waschen und dann am Ende Gold in den Händen zu halten, ist einfach unbeschreiblich“, schildert er den Goldrausch – eine Herausforderung, die schon viele in ihren Bann gezogen und nicht selten alles gekostet hat. Doch der bärtige Hamburger hatte Erfolg: „Meine handwerkliche Erfahrung aus vielen Bereichen – Metall, Holz, Elektrik – hat mir sehr geholfen.“ Denn bei der Goldsuche sei vor allem Improvisationstalent gefragt, wenn mitten im Nirgendwo plötzlich die Schürftrommel ihren Dienst verweigert und weit und breit kein Ersatzteil zu finden ist. Eine Herausforderung jagt die nächste.

Nach sechs Wochen Knochenarbeit gab es den Sieg für Kim. Der Preis: ein Jahr lang das Schürfrecht auf einem eigenen Claim. Ob er dort auch Gold gefunden hat? „Klar, aber man spricht nicht über die Menge“, berichtet er augenzwinkernd. „Nur so viel: Ich konnte mit dem Gewinn meine laufenden Kosten in Deutschland bezahlen und habe mir obendrein einen alten Magirus Deutz gekauft. Den habe ich hergerichtet und mit Bett und Küche ausgestattet. Das Ding glich eher einer Werkstatt auf Rädern – und mit der bin ich 8.500 Kilometer quer durch Kanada gefahren.“ 

Man wird nicht alt – und macht keine Kompromisse

Egal, bei welcher Herausforderung, ob auf dem Bau, bei der Goldsuche oder als Covermodel der Fachzeitschrift „Arbeitsschutz – aber sicher“: Kim Tiefnig macht keine Kompromisse. Darauf zielt auch sein Lebensmotto ab: „Man wird nicht alt. Das heißt, lebe das Leben und genieße es. Das wichtigste ist, nicht in einen Trott zu verfallen.“ Damit das nicht passiert, bleibt Kim ständig aktiv: „Standup-Paddeln, Fahrradfahren und seit Jahren Paintball. 2014 habe ich das Team Raccoons gegründet, mit dem ich 2018 den deutschen Meistertitel geholt habe.“

Keine Kompromisse kennt Papa Raccoon, wie Kim in Paintball-Kreisen gerne genannt wird, auch bei seiner Ausrüstung. Sei es beim Goldschürfen oder auf der Baustelle: „Bei der Sicherheit macht man keine Kompromisse“, sagt der Handwerker und blickt hinab auf seine HAIX. Davon hat er eine ganze Sammlung im Schrank stehen. „Ich trage meine Sicherheitsschuhe 10 bis 14 Stunden am Tag, 6 Tage die Woche. Dabei müssen sie natürlich einiges aushalten. Da ich außerdem vorhabe, auch in 20 Jahren noch laufen zu können, ohne dass meine Füße schmerzen, ist ein guter, bequemer Schuh sehr wichtig.“ Aber älter werden will Kim Tiefnig ja sowieso nicht.

 

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