Kai Eichler - Rekord in Feuerwehrmontur

100 Kilometer in kompletter Feuerwehr-Schutzbekleidung

Der Weltrekord steht, es lebe der nächste Rekord. 100 Kilometer im Laufschritt und in kompletter Feuerwehr-Schutzbekleidung? "Ist das zu schaffen!", hatte selbst HAIX-Chef Ewald Haimerl im ersten Moment gezweifelt. Volle Montur, Inklusive Helm und Atemschutzgerät auf dem Rücken.

Insgesamt 30 Kilo „Ballast“ und das in Feuerwehrstiefel – das hatte noch kein Mensch versucht, geschweige denn bewältigt!

Was es dazu braucht, formulierte Kai Eichler kurz und bündig: "Starke Kondition, eisernes Durchhaltevermögen und verdammt gute Feuerwehrstiefel."

"Die Vorbereitung lief optimal, die Stiefel erwiesen sich als super“, dennoch war für den Feuerwehrmann aus Immenstaad am Bodensee beim ersten Versuch nach 61,3 Kilometer Schluss. Die Leiste zwickte schmerzhaft. Nach 12 Stunden stoppte ihn der Rennarzt. Das war im September bei schwülen 28 Grad, durch feuchten Wald, mit tausenden und abertausenden Mücken im Schlepptau – und das in einer Kleidung, die nicht atmet, denn dafür ist die Feuerwehrkluft schließlich auch nicht gemacht.

Eigentlich war das schon ein unglaublicher Rekord. Feuerwehrleute aus dem Bayerischen Wald, die sich ebenfalls an der Ultramarathon-Distanz in Feuerwehrmontur versuchten, kapitulierten schon bei weniger als einem Drittel der Strecke und brauchten anschließend medizinische Versorgung.

Sind diese 100 Kilometer überhaupt machbar? Die Frage wurde des öfteren gestellt. Kai Eichler trat erneut an. „Das geht und ich werde es beweisen!“ Diesen Ehrgeiz ließ sich der hauptberufliche Sicherheitsexperte nicht nehmen - und er schaffte es.

Nach 22 Stunden und 55 Minuten und 6 Sekunden überquerte er beim zweiten Anlauf die Ziellinie. Ein Fabel-Weltrekord! Was für ein Teufelskerl!

Neuer Rekordversuch: 150 Kilometer

Wer dachte, dies sei schon das Ende der Fahnenstange, machte die Rechnung aber ohne den Feuerwehrmann mit der eisernen Kondition. Kaum hält er die einen Weltrekord-Urkunden in Händen, peilt der Immenstaader schon die nächste Höchstleistung an: Diesmal Indoor-Weltrekord auf einem Fitness-Laufband, über eine Zeitdistanz von 48 Stunden und geplante 150 Kilometer.

Die komplette Feuerwehrmontur samt HAIX-Stiefel an den Füßen, Helm auf dem Kopf, Atemluftflasche auf dem Rücken sowie Feuerwehrbeil und Atemmaske am Gürtel sind selbstverständlich. Zum Training stellt ihm sein Arbeitgeber MTU in Friedrichshafen das werkseigene Fitnessstudio "Aktivwerk" zur Verfügung. Falls er es schafft, unter diesen extremen Bedingungen 150 Kilometer zurückzulegen, wird das Rekordinstitut für Deutschland, kurz RID, diese Leistung als Eichlers dritten Weltrekord eintragen. "Den werde ich mir holen", ist er sich sicher. Nur das Laufband könnte ihn noch stoppen. Weil so ein Indoortrainingsapparat garantiert keine 48 Stunden am Stück mit dem Ultramarathon-Mann mithalten kann, steht ein zweites Laufband parat.