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Heller Kopf mit verrückten Ideen

Frisch gebrühter Kaffee aus dem Motorrad – klingt nach einer Schnapsidee? Ja, irgendwie ist es das auch. Zumindest zeichnet Sebastian Tenius den ersten Entwurf vor vielen Jahren auf einen Bierdeckel. Für verrückte Ideen ist er immer zu haben, vor allem wenn es dabei ums Handwerk geht. Der Titel „Mister Handwerk 2021“ steht dem Mann mit dem breiten Lächeln daher ausgezeichnet.

Reifen, Motoröl und Kettenfett – der markante Werkstattduft steigt einem sofort in die Nase. Zwischen KTM, Honda und Husqvarna fühlt sich Sebastian Tenius wohl. Im Ingolstädter „Enduro Bunker“ schraubt der Zweiradmechanikermeister von Montag bis Freitag an alten Schätzen und heißen Öfen. Samstags dann an seiner Honda Transalp und der bald integrierten Kaffeemaschine. „Die Idee entstand zu meinen Türsteherzeiten eines Nachts zusammen mit Freunden an der Tür“, erzählt der 35-Jährige. Das Konzept auf Bierdeckel und Kellnerblock wandert zunächst für sieben Jahre in Sebastians Ideenmappe. Letztes Jahr packt ihn der Ehrgeiz und er geht das Projekt an.

Von einer Spezialfirma lässt er sich eine Kupferspirale drehen, die um den Krümmer gewindet das durchfließende Wasser erhitzen soll. Durch ein Kaffeepad gedrückt sammelt sich in einer klassischen Espressokanne dann der fertige Kaffee an. So die Theorie. „Die Einzelteile habe ich alle schon, jetzt muss ich die Komponenten noch in Einklang bringen und testen, wie sich das Ganze in der Praxis verhält“, so Tenius.

Plötzlich Mister Handwerk

Dass aus einem anfänglichen Spaßprojekt eine ernste Nummer wird, ist bei dem gebürtigem Münchner kein Einzelfall. Seine Bewerbung zum „Mister Handwerk“ lief ähnlich ab: „Ich habe mich eigentlich nur als Gag beworben. Als ich es aber in die Endauswahl geschafft hab, gab’s für mich nur die Flucht nach vorne. Wenn ich was anfange, will ich es auch erfolgreich zu Ende bringen.“

Sein Juni-Bild im Kalender von Germany’s Power People ziert seitdem die Werkstatt des Enduro Bunkers. „Man fühlt sich schon ein bisschen beobachtet“, beschreibt Azubi Philipp Mirkovic die Situation, seinen Ausbilder täglich als Kalender-Model zu sehen. „Er hat uns erst gar nichts davon erzählt, wir haben es zufällig mitbekommen.“ Dabei hätte Tenius seine Bewerbung bei den Kollegen nicht verschweigen müssen. „Ich finde es super, dass er sich so fürs Handwerk engagiert“, so der 22-Jährige. Auf die Wahl und den anschließenden Sieg habe Tenius aus seinem Umfeld bisher nur positive Kommentare und viele Glückwünsche bekommen.

Fürs Reparieren sensibilisieren

Seine Präsenz als Mister Handwerk möchte der Zweiradmechanikermeister nutzen, um einerseits den Nachwuchs fürs Handwerk zu motivieren, andererseits um das Thema Nachhaltigkeit zu pushen. Vieles werde gleich weggeschmissen, anstatt die Dinge instand zu halten. „Als Mechaniker sollst du nicht nur Teile austauschen, sondern auch herausfinden, warum etwas kaputt ist und wie du es retten kannst. Neun von zehn für tot erklärte Maschinen erwecken wir hier wieder zum Leben“, erklärt er.

Um allerdings müde Motorradfahrer wieder aufzuwecken, hilft nur Sebastians „Kaffeemaschinenbetrieb“ am Bike. Und das nächste kulinarische Highlight liegt in seiner Ideenmappe schon ganz oben: ein integrierter Grill. „Während vorne der Kaffee kocht, können hinten die Würst‘l brutzeln“, erzählt Sebastian mit breitem Grinsen. Ob als Tüftler oder als Mister Handwerk – aus diesem hellen Kopf entspringen in Zukunft mit Sicherheit noch mehr verrückte Ideen.

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