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Frauenpower pur: "Fischdose öffnen" in Teamwork

Etwas ist an dieser Gruppe anders. Frauen unter sich – das fällt im Umfeld von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk sofort auf. Die Teilnehmerinnen des THL-Trainings begrüßen sich fröhlich lachend, jede erzählt von ihren Erfahrungen. Alle sind sich einig: Im Großen und Ganzen werden wir Frauen in Feuerwehr und THW von unseren Kameraden akzeptiert und gut aufgenommen. Natürlich kann jede Geschichten erzählen von skeptischen oder diskriminierenden Kommentaren. Aber im Einsatz-Alltag spielt das keine Rolle. In der Gruppe von 12 Frauen aus ganz Deutschland sind Atemschutzgeräteträgerinnen, Gruppenführerinnen, Maschinistinnen und auch eine THWlerin. Von der kleinen Dorffeuerwehr bis zur großen Stadtteilwehr ist alles dabei.

Lara aus Norderstedt fasst zusammen, was wahrscheinlich nicht nur ihr durch den Kopf ging: „Am Anfang war ich skeptisch – ein THL-Training nur mit Frauen? Kann das gut gehen? Nicht weil ich dachte, dass wir es technisch oder kräftemäßig nicht können, sondern weil der Gedanke für mich tatsächlich neu war, nur mit Frauen zusammen zu arbeiten. Aber die Skepsis ist bei der Ankunft sofort verflogen. Ich wusste: das klappt mit uns! 12 Frauen, unterschiedliche Charaktere, verschiedene Regionen und doch hatten wir einen gemeinsamen Nenner: Die Bereitschaft und den Willen zu helfen – egal ob beim THW oder bei der Feuerwehr.“

Der Titel "Intensiv-Training" ist Programm

Zum Weltfrauentag 2019 verloste HAIX in Kooperation mit der Vereinigung zur Förderung des deutschen Unfallrettungswesens e.V. (VFdU) das erste Intensiv-Training in der Verkehrsunfallrettung. Ein Intensiv-Training im wahrsten Sinne des Wortes erwartete die 12 Teilnehmerinnen auf dem Gelände des VFdU in Osnabrück: Morgens um neun Beginn mit Theorie, um alle Teilnehmerinnen auf den gleichen Wissensstand zu bringen. Beim Erkunden der Unfallstelle kann zum Beispiel die AUTO-Regel helfen, um alternative Antriebstechniken an verunfallten Fahrzeugen zu  erkennen: Gibt es Auslaufende Betriebsstoffe, wie sieht der Unterboden des Fahrzeugs aus, hat es einen Tankdeckel, lässt die Oberfläche Rückschlüsse zu? Bei vielen Elektro-Modellen gestalten die Hersteller das Design beispielsweise mit blauen Zierelementen. 

Wer kennt im Süden schon die "Fischdose"?

Kompakt erklären die Trainer, warum jede Minute bei der Rettung von eingeklemmten Personen bei einem Verkehrsunfall zählt und welche Varianten möglich sind. „Dach ab“ oder „große Seitenöffnung“ hat jede schon einmal gehört. Aber wer kennt im Süden schon die „Fischdose“? Bei dieser Technik werden das Dach und der Kofferraum des Autos so mit der Rettungssäge und mit dem Spreizer bearbeitet, dass am Ende das Dach nur noch mit vereinten Kräften nach vorne umklappt wird. So wird der Patient schnell und schonend aus dem Fahrzeug befreit. 

Am Nachmittag erwartet ein richtiger „THL-Spielplatz“ die Teilnehmerinnen. An Unfallfahrzeugen, die zerlegt werden wollen, mangelt es nicht. Drei Rettungssätze von Weber und Lukas kommen zum Einsatz, hydraulisch und akkubetrieben. Am Anfang verkünden die Frauen noch selbstbewusst: „Wir zerlegen jedes Fahrzeug!“. Am Ende des Tages sind es dann doch „nur“ drei Autos, die die Teilnehmerinnen auseinandergenommen haben. 

Teamwork ist alles

In zwei Gruppen geht es ans Werk. Eine Gruppe beginnt zunächst mit einer Seitenöffnung an einem silbernen Opel. Damit aber nicht genug. Sie versuchen sich anschließend noch an der „Fischdose“. Nach den Vorbereitungen sind alle Hände gefragt. Jede packt mit an. Eins, zwei, drei – mit vereinten Kräften schaffen es auch die sechs Frauen das Dach am Ende umzuklappen.

Die zweite Gruppe bilden sechs Gruppenführerinnen. Sie üben üben deshalb auch die taktische Herangehensweise. Abwechselnd übernimmt eine das Kommando, überlegt sich die Vorgehensweise und die einzelnen Schritte und teilt ihre Kameradinnen ein. Das erste Objekt: Ein roter PKW liegt auf der Fahrerseite, es gilt den Beifahrer zu befreien. Nachdem das Fahrzeug gegen Umfallen gesichert ist, gehen die Feuerwehrfrauen an die Arbeit. Frontscheibe und Dach sägen sie so aus, dass der fiktive Patient über ein Spineboard seitlich aus dem Fahrzeug gehoben werden kann. Weiter geht’s mit einem dunklen Ford Focus und einer großen Seitenöffnung. Und damit nicht genug, am Ende drücken die Teilnehmerinnen mit Hilfe von Rettungszylindern das Dach weg und so wird aus dem PKW noch ein halbes Cabrio. 

Jennifer schwärmt: „Eine wirklich tolle Erfahrung! So verbreitet sind Frauen in der Feuerwehr oder beim THW ja noch nicht. Außerdem lernt man natürlich nie aus – auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Schön ist es auch, wenn man selbst den anderen noch etwas zeigen kann und jede profitiert vom Wissen der anderen. Ich bin auch sehr erstaunt, wie eine Freundschaft unter uns Teilnehmerinnen entstanden ist. Das ist fast das Beste.“ Die Gruppenführerin bringt schon einige Erfahrung mit THL-Trainings mit und ist in ihrer Heimat Teil eines Rescue-Challenge-Teams.

"Eine komplette Frauentruppe, das hatten wir hier noch nie..."

Alle Arbeiten werden im Team gemeistert. Das unterscheidet die Frauen-Gruppe von anderen Gruppen. „Sonst haben wir schon immer mal vereinzelt Frauen in unseren Gruppen dabei, aber eine komplette Frauentruppe, das hatten wir auch noch nie“, erzählt Ingo Mackenstedt vom VFdU. Von so viel Frauenpower sind auch die Trainer am Ende des Tages begeistert. Für sie war es ebenfalls eine ganz neue Situation. Aber alle sind sich einig: Die Stimmung ist eine andere. Auch in der Vorgehensweise unterscheidet sich die Frauengruppe, von den sonst männlich dominierten Teilnehmerfeldern. Es wird im Team stärker zusammengearbeitet. Teilweise ohne große Aufforderungen. Es ist klar, alleine ist es für jede schwierig mit den schweren Spreizern und Schneidgeräten zu arbeiten, deshalb unterstützt oft wortlos eine Kameradin und hilft dazu. Für alle steht am Ende fest: Zusammen können wir alles schaffen!

„Gelacht haben wir auf jeden Fall auch genug! Eine fantastische Gruppe, die gezeigt hat, dass auch Frauen alleine einiges wuppen können“, ist das Fazit von Lara. Auch die anderen „Girls at HAIX“ sind von dem Tag Feuer und Flamme: „Ein unglaublich tolles Wochenende...“ 

 

Bis 12.07.2020 kannst Du Dich hier noch für das THL-Training 2020 bewerben!

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