FIRE HEROES aus Meckesheim auf Tuchfühlung mit der Formel 1

Hautnah am Hockenheimring!

Hockenheim, 22.Juli 2010. Es ist donnerstagabend. Das Feuerwehrteam aus dem 5.000-Einwohner-Ort Meckesheim marschiert in 25-Mann-Stärke in der Feuerwache Hockenheim ein. Letzte Einweisung und Zuteilung der einzelnen Aufgaben steht auf der Agenda. Direkt im Anschluss geht’s  auf den Ring.  Ein erstes Herantasten und Beschnuppern der PS-Bolliden und ihrer prominenten Lenker ist wichtig. An einem Nebeneingang öffnet Michael Schumacher kurz die Tür und ist schneller wieder weg, als die Nachricht den letzten Mann erreichen könnte. Eine lokale Pressevertreterin kurvt mit respektvoller Distanz zwischen Vettels Redbull-Bolliden und Felipe Massas rotem Ferrari.  In der BMW-Sauber Box schieben Ingenieure die Formel 1 Renner per Hand zur Stop-Position, wo die Mechaniker um Zehntelsekunden beim Reifenwechsel trainieren. Jeder Handgriff sitzt. Es muss schnell gehen, genauso schnell wie beim Feuerwehrmann, wenn die Alarmglocke ihn zum Brandherd ruft. Das neue Verschluss-System des FIRE HERO begeistert deshalb vom ersten Kontakt weg. Einmal auf die individuelle Passform eingestellt, sitzt der Schuh in Sekundenschnelle perfekt am Fuß und gibt Halt. „Nichts ist so wichtig wie der richtige Reifen“, flachst einer der Feuerwehrleute und zeigt demonstrativ seinen „FIRE HERO® Fuß“ in die Kamera. Das Equipment passt, das Renn-Wochenende kann beginnen.

Freitagmorgen, 5:30 Uhr, rein in die Stiefel, Verschluss-System mit einem Griff hochziehen, fixieren – und ab in den Einsatz. Pünktlich zum Dienstbeginn um 7 Uhr steht das Feuerwehrteam aus dem 30 Kilometer entfernten Meckesheim auf dem dunkelgrauen Asphalt des Hockenheimrings. Einsatzleiter, Chief Firemarshall of Pit Lane, Matthias Grasse, verteilt die Aufgaben. 12 Leute für die Boxengasse, neun im Bereich der Teamgaragen, der Rest als Springer für das Parc Ferme sowie die Technische Abnahme. Nach einem minutiösen Plan sind Sicherheitswachdienste zu leisten, teilweise bis zu 2 Stunden ohne Pause. Entschädigt werden die Meckesheimer Feuerwehrler mit Motorsport hautnah. Darin haben sie bereits eine gewisse Routine: Beim Training zum Porsche Cup, bei der Formel BMW, der Formel 2 und 3, und jetzt die Formel 1. Auf Tuchfühlung mit den Motorsport-Heros aus der ganzen Welt. „Natürlich“, sagt Grasse, „waren Michael Schumacher und Sebastian Vettel unsere Favoriten.“

Aber auch während des Pit Works, wenn die Zuschauer in die Boxengasse dürfen, gibt’s zu tun.  „Fast alle Bürgermeister und Politiker aus der Region wünschten uns unfallfreie Tage“, erzählt Grasse. Nicht nur auf der Rennpiste, auch wenn etwa nach den ersten Qualifikationstrainings am Samstagvormittag Kraftstoffproben aus den Fahrzeugen entnommen werden, sichert die Feuerwehr den Vorgang ab.

Hinter den Motorhomes ist bei den Einsätzen der  Kontakt zu den Teams besonders wichtig. „Die sehen uns  als Partner“, berichtet Grasse und freut sich dass man dabei sogar versorgt worden ist, Seite an Seite mit Fahrern, Teamchefs und gesichteten Promis. Als Sebastian Vettel anschließend im Qualifying  auf die Polposition fuhr, war der Tag perfekt. Da werden sogar Rennen der Formel 2 und 3 zum Nebenschauplatz „ohne größere Einsätze“. 


Der Renn-Sonntag am Hockenheimring ist traditionell vollgepackt mit Rennen und Rahmenprogramm. Punkt 13:30 Uhr hat jeder Feuerwehrmann auf seiner Positionen zu stehen. Grasse läuft es noch heute kalt über den Rücken, wenn er an die irrsinnige Stimmung beim Großen Preis Santander von Deutschland denkt. Laolawellen rauschten durch das Motodrom wie die  Brandung des Atlantik bei Windstärke 8. Gänsehaut-Atmosphäre zur Nationalhymne.

Wenn die Formel1-Motoren am Start aufheulen, brauchen nicht nur die Füße guten Schutz. „Ohne Ohrstöpsel geht nichts!“, wissen die Meckesheimer Feuerwehrleute aus der Erfahrung vieler Einsätze im Motodrom. Aber die Faszination der startenden Boliden fesselt jedes Mal aufs Neue. Auch wenn Vettels Start zu einem vorübergehenden Stimmungstief im Meckesheimer Lager führte. „Unser Sebastian Vettel hatte einen ganz schlechten erwischt“, erzählt Grasse. Zum Lamentieren aber bleibt beim Einsatz während eines Formel1 Rennens ohnehin keine Zeit. Boxenstopps im Sekundentakt, Reifenwechsel wie am Schnürchen. Da inzwischen nicht mehr nachgetankt werden darf, ist der Einsatz deutlich entspannter als früher: „Es gab keine größeren Unfälle – ein Rennen der unspektakulären Art“,  so das Fazit, dass der Feuerwehrmann aus der Boxengasse gerne zieht.

Im hinteren Bereich der Boxenanlage schaute ein Fernsehteam von RTL der Boxenfeuerwehr während des Rennes über die Schultern, bis nach dem Zieleinlauf die abgestellten Fahrzeuge direkt unter dem Siegerpodest gegen Brandgefahr gesichert werden mussten. Bei der Benzinprobenentnahme heißt es immer wieder präsent zu sein. Die Meckesheimer Feuerwehr war präsent und mitten drin, atmete die Gischt des spritzenden Siegerchampagners und spürte den Jubel der Massen. Dass zum Schluss Alonso gewann und Vettel nur dritter wurde, sich Schumi sogar mit dem 9. Platz begnügen musste – was soll’s. Wenn gleich nach dem Rennende  die Tore für die Zuschauer geöffnet werden, rennen tausende in Richtung Boxengasse. Da zählt bei der Sicherung jede Hand, da ist der Sicherheitsdienst froh, wenn die Feuerwehr mit eingreift. Zum Grübeln bleibt da ohnehin keine Zeit. Am Ende sind alle erleichtert, wenn es heißt: „Keine besonderen Vorkommnisse“. Obwohl man das so eigentlich gar nicht sagen kann, weiß Grasse, denn eigentlich war das ganze Wochenende ein besonderes Vorkommnis - eines, das man als Fire Pit Lane Marshall garantiert nicht vergessen wird – solange zumindest, bis es in zwei Jahren wieder heißt: Formel1-Einsatz in Hockenheim.