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Feuerwehr und „Social Distancing“: Kameradschaft auf Abstand

Wenn in diesen Tagen der Melder auslöst, ist vieles anders als ich es gewohnt bin. Normalerweise lasse ich alles stehen und liegen, springe vom Schreibtisch auf und renne los. Jetzt erschreckt der Alarmton keine Kollegen. Im Home Office bekomme nur ich den Alarm mit. Ich mache mich auf den Weg. In Gedanken gehe ich noch einmal alle Dienstanweisungen durch, die ich in letzter Zeit per E-Mail bekommen habe.

Wer zur Zeit auf das Feuerwehrhaus blickt, wird kaum Einsatzkräfte antreffen. Der Zutritt ist nur noch Mitgliedern der Feuerwehr und auch uns nur im Alarmfall erlaubt. Bei allen Kameradinnen und Kameraden ist das Verständnis für diese Maßnahmen groß. Das oberste Ziel ist es, die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort zu erhalten und so Sicherheit zu gewährleisten. Die Feuerwehr Führung beobachtet die Veränderungen und die COVID-19 Infektionsfälle. Die Strategie wird ständig den neuen Gegebenheiten angepasst.

Einsatz in Krisenzeiten

Für mich als Gruppenführerin heißt das, ich lese aufmerksam jede E-Mail mit neuen Dienstanweisungen und versuche alle Regeln so gut es geht zu verinnerlichen, damit im Alarmfall alles richtig läuft. Übungen und Versammlungen sind bereits seit Anfang März ausgesetzt. So bleibt nur der Austausch über E-Mail, WhatsApp oder Telefonate.

Meinen ersten Einsatz als Gruppenführerin im neuen Katastrophenfall habe ich direkt am Morgen nachdem die Umstellung auf ein Schichtmodell kommuniziert wurde. Ich stehe also am Fahrzeug und beobachte meine Kameraden, wer steigt ein. Zähle, dass wir die neue Höchstbesetzung im Fahrzeug nicht überschreiten. So soll ausreichend Abstand gewährleistet werden. Die Staffelbesetzung auf dem Hilfeleistungslöschfahrzeug ist komplett - wir fahren los.

Wir sind Profis

Am Einsatzort steige ich alleine aus, stimme mich mit dem Einsatzleiter ab und schicke zur Türöffnung und Tragehilfe für den Rettungsdienst nur zwei Kameraden vor. Der Kontakt soll minimiert werden. Infektionsschutzhandschuhe sind Pflicht. Der Rest der Fahrzeugbesatzung steigt aus, steht mit Mindestabstand großzügig verteilt und wartet. Unterhaltungen sind nicht so locker und gelöst wie normalerweise. Trotzdem ist jeder froh, die Kameradinnen und Kameraden, wenn auch auf Abstand, mal wieder zu sehen und sich persönlich über das ein oder andere auszutauschen. Wir arbeiten den Einsatz erfolgreich ab, jeder kennt seine Aufgaben, wir sind schließlich Profis. Die Handgriffe sitzen, als wäre um uns herum alles wie immer. Aber irgendwie ist trotzdem alles anders. Die Stimmung nicht so gelöst wie sonst. Kein Abklatschen oder Schulterklopfen.

Zurück am Feuerwehrhaus entfällt auch das sonst fast obligatorische Einsatz-Spezi danach. Handhygiene ist jetzt das Erste, woran wir denken. Wir desinfizieren alle Ger-tschaften, die wir benutzt haben, Türgriffe und Lenkrad, dokumentieren wer Patientenkontakt hatte. Anschließend geht jeder wieder seinen Weg nach Hause.

Das kameradschaftliche Beisammensein fehlt uns allen. Aber wir wissen, dass die strengen Maßnahmen jetzt notwendig sind, damit wir bald wieder gemütlich zusammensitzen können.

 

Julia ist im Marketing-Team bei HAIX und seit 15 Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr.

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