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„Diese Stimmung macht mir heute noch eine leichte Gänsehaut“ - mit HAIX auf der Suche nach „Verlassenen Orten“

Nic ist Abenteurer und Entdecker zugleich. In seiner Freizeit sucht der Rettungssanitäter vergessene Orte auf, die man im Alltag nicht zu Gesicht bekommt. Unbewohnte Villen, leerstehende Atomschutzbunker oder die Schutzzone um das Kernkraftwerk Tschernobyl - manchmal ist er monatelang damit beschäftigt, die passende Location ausfindig zu machen. Auf seinem Blog „Die verlassenen Orte“ berichtet Nic regelmäßig von seinen Erlebnissen und untermalt seine Eindrücke mit eindrucksvollen Aufnahmen.

Im Interview erzählt Nic von seinen Erfahrungen.

 

Wie bist Du auf die Idee gekommen, verlassene Orte zu fotografieren?

"Es war damals als ich vor acht oder neun Jahren am Wochenende aus "Abenteuerlust" gemeinsam mit einigen Freunden ein Gruselhaus in Köln besucht habe. Den Grusel gesucht und auch gefunden, hat mir das ganze viel Spaß gemacht und wir haben das ganze weitergeführt und immer mehr besucht.

Irgendwann hat mich die Lust gepackt, Orte zu finden die nicht so bekannt sind und demnach auch in besserem Zustand sind. So begann ich recherchieren zu lernen und habe damit immens viel Zeit verbracht. Aber die Ergebnisse haben sich gelohnt.

Damals habe ich mir auf der Arbeit immer eine simple Digitalkamera ausgeliehen um zu dokumentieren was ich gefunden habe. Dann irgendwann kam die erste, noch gebrauchte, Spiegelreflexkamera und ich habe begonnen mir autodidaktisch die Fotografie anzueignen."

Wie kommst Du auf neue Orte?

"Recherche ist immer noch das wichtigste. Viele tauschen sich heutzutage untereinander aus. Natürlich habe auch ich einige engere Bekannte mit denen ich mal Infos austausche. Aber am liebsten suche ich selbst. Luftaufnahmen, Zeitungsartikel, Tipps von Ortsansässigen, Archive....und ganz wichtig: Augen offen halten wenn man unterwegs ist!"

Welcher Ort war bisher die größte Herausforderung?

"Ich denke ganz oben steht hier Tschernobyl. Dort habe ich drei Tage lang die Sperrzone erkundet und unendlich viele Eindrücke gesammelt...zu viele sogar um diese vor Ort realisieren zu können.

Heftig war auch eine verlassene Pathologie in Belgien. Dort lagen noch Instrumente rum, eine blutige Knochensäge zum Beispiel, und es roch überall sehr streng nach...Tod halt.

Das hat mich lange beschäftigt. Die Stimmung dort macht mir heute noch eine leichte Gänsehaut."

Die Lagerhalle mit alten Feuerwehrautos ist da etwas harmloser gewesen...

"Ein toller Ort! Ich hatte vor langem schon einmal davon gehört, und über die Zeit immer wieder einzelne Schnipsel und Hinweise zusammengesetzt. Dann irgendwann war ich mir sicher richtig zu liegen und fuhr los.

Die Halle war von außen sehr unscheinbar, jeder wäre vorbeigefahren. Aber innen drin dann ein grandioser Anblick! Unzählige Feuerwehrfahrzeuge aus verschiedenen Epochen der Geschichte. Die meisten in einem zwar alten, aber gar nicht so schlechten Zustand. Zumindest nicht hoffnungslos.

Von einem Museum wurde die Halle als Lagerplatz genutzt. Die Fahrzeuge sollten wieder restauriert werden, doch dann fehlte vor vielen Jahren das Geld. Seitdem sind die Schätze dem Zahn der Zeit ausgeliefert...

Hier ist mir der Schutz der Objekte sehr wichtig, es gab nämlich schon die ersten Diebe und Vandalen dort. Deswegen werden die Adressen nie genannt!"

Was begeistert Dich am Fotografieren?

"Ich liebe es mit schönem Licht zu spielen, auf den Fotos die Stimmung des Ortes widerzuspiegeln. Ich fotografiere gerne Industrie und Bunker, hier kann ich mich mit der Ausleuchtung ein wenig austoben und Effekte gezielt einsetzen.

Am liebsten mag ich das Unerwartete. Ich gehe um die Ecke oder durch eine Türe, und treffe auf einen komplett eingerichteten Raum oder eine riesige Halle zum Beispiel."

Auf was achtest Du speziell beim Fotografieren von verlassenen Orten?

"Ich versuche den Zuschauern meiner Fotos einen gesamten Rundgang und Eindruck der Location zu zeigen. Nicht nur die Highlights, sondern alles was ich sehe, sollen auch die Zuschauer sehen.

Mir ist die symmetrische Ausrichtung und der entsprechende Blickwinkel wichtig, das macht viel aus."

 

Tipps von Nic:

  • Versucht selbst ein wenig zu suchen. Anfangs findet man natürlich noch nicht so spannende Orte, aber das kommt mit ein wenig Übung. Versprochen.
  • Respektiert den Ort, und geht mit den Adressen sorgsam um. Man ist auch in gewisser Weise mit dafür verantwortlich, was den Zustand eines verlassenen Ortes angeht.
  • Fotografiere auch mal das Neue. Nicht nur das Motiv auswählen was alle anderen bisher fotografiert haben, sondern auch mal was ausprobieren.
  • Höre auf dein Bauchgefühl, gehe niemals irgendwo weiter oder irgendwo hin, wo du dich unwohl fühlst. Und gehe nicht alleine auf Tour oder sag Bescheid, wo du bist.
  • Trage wenigstens Sicherheitsschuhe (Sneaker sind wirklich nicht das richtige).
  • Zum Fotografieren braucht es keine Kamera von mehreren tausend Euro. Eine Spiegelreflexkamera mit der Möglichkeit der Langzeitbelichtung, ein Weitwinkelobjektiv und ein Stativ sind erstmal völlig ausreichend für den Anfang. Unter 1.000€ ist man locker dabei.

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