Die Wildnis vor der Haustür

Das erste Tageslicht legt die Magie frei, die den Gelmersee umgibt. Das türkisblaue Wasser des Bergsees glitzert kalt in der aufgehenden Sonne. Hier, in den Schweizer Alpen, auf mehr als 1.800 Metern Höhe, zeigt das Thermometer selbst im Jahrhundertsommer 2018 morgens nur wenige Plusgrade an.

Sabrina D. Bloch spürt die Temperaturen nicht. Mehrere Stunden ist sie, gemeinsam mit ihren zwei Begleitern und der Hündin Enya, den Weg zum See hinaufgestiegen. Ihr Ziel ist einer der Bachzuflüsse, an dem sich besonders gut Forellen fischen lassen sollen.

Seit ihrer Kindheit in der Natur zu Hause

Sabrina D. Bloch ist in der Natur zu Hause. Die Schweizerin mit chilenischen Wurzeln begleitete schon als Kind ihren Vater auf der Jagd. Seitdem zieht es sie in die Wildnis, ins Unbekannte, ins Abenteuer. Dafür reist sie um die Welt. Nach Schweden, Peru oder quer durch Amerika. „Manchmal,“ erzählt sie im Gespräch mit HAIX, „ist es aber gar nicht nötig, weit zu reisen“. Wer sich genau umschaue, finde auch direkt vor seiner Haustür noch wilde, unentdeckte Orte.

Der Gelmersee will auf den ersten Blick nicht in das Bild des ungestörten Naturidylls passen.  Die Landschaft ist geprägt durch ein Wasserkraftwerk und seine Staumauer, die sich wuchtig zwischen die Berge presst. Zu dem See hinauf führt die Gelmerbahn, die mit 106 Prozent Steigung als steilste Standseilbahn Europas gilt – und in den Sommermonaten täglich hunderte Touristen aus aller Welt anzieht.

In den Morgenstunden aber, bevor die Besuchergruppen eintreffen, ist es noch menschenleer. Für Sabrina D. Bloch und ihre Begleiter beginnt der Tag ihrer Wanderung deshalb schon vor Sonnenaufgang. Lange, bevor die erste Bahn fährt.

Pfade durch schroffe Landschaften

Den Weg hinauf zum See legen sie zu Fuß zurück. Die Strecke ist anspruchsvoll und anstrengend, selbst für erfahrene Wanderer. Absolute Trittsicherheit und zuverlässige Ausrüstung sind hier unverzichtbar. Sabrina hat sich für den neuen HAIX NATURE ONE GTX Ws entschieden. Nach einigen hundert Metern auf einem ausgetretenen Kuhpfad, geht es einen steilen Anstieg hinauf. Zuerst wechseln sich natürliche und gehauene Stufen ab, ehe der Weg in einen steinigen Bergpfad mündet. Die Landschaft hier ist schroff und rau. Das lose Geröll knirscht unter den Sohlen der Wanderer. Es ist das einzige Geräusch in der morgendlichen Stille.

Mehr als eine Stunde braucht die Gruppe, bis sie den See erreicht und auf den Rundweg abbiegt, wo sie später die Morgensonne empfangen wird. Von hier an, liegt noch einmal eine weitere Stunde Fußmarsch auf unwegsamem Terrain vor ihnen. Am Nordufer ist der Pfad in die steile Felswand gehauen. An der Steinmauer wird der Pfad so schmal, dass er mit einem Seil gesichert werden muss. Ohne festes Schuhwerk wäre es hier für die Wanderer gefährlich.

Faszinierende Einsamkeit

Auch Sabrina muss sich auf jeden ihrer Schritte konzentrieren. Trotzdem nimmt sie die Umgebung in sich auf. Vor allem die Einsamkeit fasziniert sie. „Es hat einen besonderen Reiz, Orte zu sehen, bevor sie überlaufen sind“, erzählt sie. „Sie fühlen sich ehrlich und natürlich an. Plötzlich sind hier Tiere zu sehen, die sich sonst verstecken.“ Wer sich Zeit nehme, die Einsamkeit bewusst wahrzunehmen, sagt Sabrina, lerne Dinge zu schätzen, die er sonst nicht wahrnehmen würde.

Nach mehreren Stunden Wanderung erreicht die Gruppe den Bacheinlauf und wirft die Angeln aus. Die Sonne steht inzwischen voll am Himmel und hat die morgendliche Kälte vertrieben. Ein wenig Zeit bleibt noch, bis die ersten Besucherströme aus der nahegelegenen Bergbahn in die Ruhe drängen. Dann werden Sabrina und ihre Begleiter die gefangenen Forellen einpacken und sich auf den Rückweg machen. Zurück lassen sie einen Ort, der geduldig wartet, bis die Stille zurückkehrt.